Berliner Zeitung: Haushaltsentwurf ist ein Skandal

Auch die Berliner Zeitung hat bereits auf unsere Pressekonferenz vom 13.08. reagiert und schreibt völlig zutreffend: „Berlins freie Literaturszene hält viel auf ihre Freiheiten. Genau dafür könnte den Künstlern bald das nötige Geld fehlen: Der Haushaltsentwurf der Verwaltung sieht nur 1,1 Millionen Euro für sie vor, am Montag stimmt der zuständige Ausschuss darüber ab. Der Vorwurf der Kulturschaffenden: Die Verwaltung habe keinen Einblick in die Arbeitsprozesse der Literaturszene – und würde übersehen, dass Literatur ein gesellschaftliches Phänomen ist.“

Eindrücke von der nflb-Pressekonferenz: Wo ist die Literatur?

„Wenn ich die tagesschau anschalte, höre ich Spitzenpolitiker*innen darüber sprechen, dass wir neue Erzählungen von Deutschland brauchen, neue Erzählungen von Europa und gegen die Verrohung des Diskurses, gegen die Verrohung der Sprache annarbeiten müssen. Genau das wird in Berlin jeden Tag geleistet: in unabhängigen Verlagen, in Literaturzeitschriften, bei den Lesereihen. Ich frage mich, warum dafür nur 360.000€* da sind.“ (Tillmann Severin auf der nflb-Pressekonferenz, 13.08.2019) *Die Zahl bezieht sich auf den Aufwuchs für die freie Literaturszene im aktuellen Haushaltsentwurf.

Wir danken allen Teilnehmer*innen der heutigen Pressekonferenz für ihr reges Interesse ebenso wie unseren Kooperationspartnern VS, VFLL, VdÜ, KdfS, Unabhängige Lesereihen, Junge Verlagsmenschen und BücherFrauen ganz herzlich für ihre Unterstützung!

Pressemitteilung: Berliner Senat stellt neuen Haushaltsentwurf vor – freie Literaturszene weiter strukturell benachteiligt

Berlin, 31.07.2019

Der Berliner Senat hat im Juli seinen Entwurf für den Doppelhaushalt 2020/2021 vorgestellt. Der Kulturhaushalt wächst von 538,8 Mio. Euro 2019 auf 593,2 Mio. Euro 2020 und 606,8 Mio. Euro 2021. Mithin ergibt sich ein Aufwuchs von 68 Mio. Euro. Auf die Förderung der freien Szene entfallen Steigerungen um 17,8 Mio. Euro (2020) bzw. 20,6 Mio. Euro (2021). Angesichts dieser hervorragenden Zahlen ist die Situation in der Sparte Literatur ernüchternd: Der Aufwuchs von 360.000 Euro entspricht lediglich 1,7 Prozent des Aufwuchses für die gesamte freie Szene.

Dies ist insbesondere enttäuschend, da die Literatur im Vergleich zu anderen Sparten strukturell noch immer erheblich unterfinanziert ist. So entfielen auf die Förderung der freien Literaturszene über Stipendien und Projektförderungen im Jahr 2018 lediglich gut 1,1 Mio. Euro. Die freie Darstellende Kunst wurde beispielsweise mit über 27 Mio. Euro gefördert. Zum Vergleich: Allein die Staatsoper unter den Linden wird im Haushaltsentwurf mit fast 50 Mio. Euro finanziert.

„Zusätzliche Arbeitsstipendien für Autorinnen und Autoren sowie die Öffnung des Projektmittelfonds für Literaturzeitschriften und Verlage sind zwar begrüßenswert, jedoch wurde die Chance auf die längst fällige strukturelle Verbesserung des Fördersystems im Bereich Literatur vertan“, so Moritz Malsch, Vorstandsmitglied des Netzwerks freie Literaturszene Berlin e.V. (NFLB). „Das ist besonders bedauerlich, weil wir mit unseren Mitgliedern hier viele richtungsweisende Ideen entwickelt haben.“ Das NFLB schlägt daher unter anderem eine Basis- und Konzeptförderung für literarische Initiativen vor, die auch Verlage und Literaturzeitschriften einbezieht, sowie Stipendien für Übersetzer*innen und literarische Kurator*innen. „Warum eine Basis- und Konzeptförderung in der Darstellenden Kunst möglich ist, im Literaturbereich aber nicht, ist völlig unverständlich“, ergänzt Lea Schneider, ebenso Vorstandsmitglied im NFLB, „denn gerade Lesereihen und Lesebühnen fallen ohne eine solche Förderung durchs Raster. Dabei sind sie wichtige Eckpfeiler der Berliner Literaturszene, über die sich junge Autorinnen und Autoren einen Namen machen können. Wir hoffen, dass das Abgeordnetenhaus hier noch wesentlich nachbessert.“ Die Gelegenheit, hier die ersten Schritte zu tun, ergibt sich für die Fachpolitiker*innen bei der ersten Lesung des Kulturhaushalts im Kulturausschuss am 19.8.2019.

Wir laden Sie herzlich zu unserer Pressekonferenz am 13.8.2019 um 11 Uhr in der Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlin, ein – dort bieten auch Autor*innen, Verleger*innen und andere Akteur*innen der freien Literaturszene konkreten Einblick in die Situation der freien Szene, darunter Odile Kennel, Andrea Scrima, Tillmann Severin und Andrea Schmidt. Umfangreiche Pressematerialien finden Sie ab 13.8.2019 unter www.nflb.de/presse.

Am Samstag, den 17.8.2019 ab 19 Uhr findet im ACUD in Berlin-Mitte der Sommerempfang der freien Literaturszene Berlins statt. Beteiligt an Pressekonferenz und Empfang sind folgende Kooperationspartner: VS, VFLL, Bücherfrauen, VdÜ, Junge Verlagsmenschen, Unabhängige Lesereihen. Anmeldung zu Empfang und Pressekonferenz unter monika.jorge.mateo@nflb.de.

Das Netzwerk freie Literaturszene Berlin (NFLB e.V.) wurde 2013 gegründet und versteht sich als Interessenvertretung der rund 10.000 Berliner Autor*innen, Übersetzer*innen, freien Literaturveranstalter*innen und Independent-Verleger*innen gegenüber der Landespolitik und der Öffentlichkeit. Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne unter vorstand@nflb.de zur Verfügung.

17.08.: it’s lit – Sommerparty der freien Berliner Literaturszene

it’s lit – Sommerparty der freien Berliner Literaturszene

17. August 2019 // ACUD MACHT NEU, Veteranenstraße 21 // ab 22 Uhr // Eintritt frei! // Barrierefrei mit Fahrstuhl // Facebook

Indie-Literatur mag unscheinbar sein, aber in Berlin leuchtet sie überall auf: ob auf den Balkonen und an den Küchentischen, in den Straßen, bei Lesungen in Bars und Veranstaltungsräumen, in handgebundenen Zeitschriften oder limitierten Gedichtbänden. Wir feiern! Lasst uns für einen Abend Notizen, Bücher, Stifte, Mikrofone weglegen und an einem Ort zusammenkommen. Auf die harte Arbeit anstoßen. Tanzen! Wo auch immer wir sind, it‘s lit.

it’s lit – Summer party for Berlin’s indie literary Scene

August 17, 2019 // ACUD MACHT NEU, Veteranenstraße 21 // 10 pm // Admission free // Wheelchair accessible with elevator/lift // Facebook

Indie lit might be little, but in Berlin it’s literally everywhere:
lighting up writers’ balconies and translators’ kitchen tables, readings in bars and event spaces, hand-bound magazines and limited edition poetry collections. Being everywhere at once is our superpower. But just for tonight, let’s put down our pens and microphones and converge in one place. Toast each other’s hard work. Shake it all off on the dance floor. We’ve earned it. Wherever we are, we’re lit.

13.08.: Pressekonferenz – Wo ist die Literatur?

Pressekonferenz: Wo ist die Literatur? // 13.08.2019 // 11 Uhr // Lettrétage, Mehringdamm 61 // Anmeldung per Mail

In diesem Herbst entscheidet das Berliner Abgeordnetenhaus über den neuen Doppelhaushalt 2020/2021 und damit auch über die künftige Literatur-Förderpolitik. Anlässlich der ersten Lesung des Haushaltsentwurfs im Kulturausschuss am 19.08. lädt das nflb gemeinsam mit unseren Partnerverbänden KdfS, VS, VdÜ, VFLL, UL und Bücherfrauen zu einer Pressekonferenz ein.

Literatur ist viel mehr als nur Bücher. Entgegen dem veralteten Bild vom genialen Autor, der einsam an seinem Schreibtisch sitzt und Meisterwerke verfasst, die seine Leser*innen dann unhinterfragt hinzunehmen haben, verstehen wir Literatur als eine Einladung zum Diskurs. Dieser kann in Literaturzeitschriften, Büchern, aber auch im Rahmen von Lesungen, Literaturperformances und anderen Literaturveranstaltungen stattfinden.  

Berlins freie Literaturszene ist groß und vielfältig. Schätzungen zufolge leben bis zu 10.000 freie Autor*innen, Übersetzer*innen und Lektor*innen in der Stadt. Daneben finden Abend für Abend an bis zu 50 Orten literarische Lesungen statt, organisiert von zahllosen freien Literaturveranstalter*innen, kleinen Vereinen, Buchhandlungen, Independent-Verlagen oder Zeitschriften-Macher*innen. Das meiste davon geschieht ehrenamtlich. Damit Literatur nicht nur ein Produkt, sondern ein für alle offener, partizipativer Prozess sein kann, braucht sie Räume, an denen dieser Prozess für alle zugänglich ist, und Gastgeber*innen, die genug Zeit und Ressourcen haben, um in diese Räume einzuladen. Angesichts steigender Mieten und Gentrifizierung ist beides in Berlin akut gefährdet. Es braucht eine bessere Förderpolitik und mehr Sichtbarkeit für das, was Literatur heute und hier ist: Kein Elitendiskurs großer Namen, sondern ein Grundrecht für alle. Berlin braucht eine kluge Förderpolitik, um die Chancen, die sich aus diesem künstlerischen Angebot ergeben, für die Gestaltung einer pluralen, demokratischen und offenen Gesellschaft zu nutzen. 

Berliner Verlagspreis: Bewerbt euch!

Bis zum 31.07. ist noch eine Bewerbung für den Berliner Verlagspreis möglich. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Auswahlkriterien und Preisdotierungen leicht verändert; ein verstärktes Augenmerk liegt nun auf (wirtschaftlich) kleinen Verlagen, die „aus dem Mainstream (nicht nur) der Berliner Verlagslandschaft im besten Sinn des Wortes herausragen.“

Alle Informationen zur Bewerbung, Auswahlkriterien und Preisvergabe findet ihr hier.

Literaturprojekte in Berlin – eine Liste für die Pressekonferenz am 13. August 2019

Literaturprojekte gesucht!

Am 13.8. laden wir in Kooperation mit der Koalition der Freien Szene Berlin, dem VFLL – Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren, dem VdÜ und dem Unabhängige Lesereihen e.V. zu einer Pressekonferenz ein, auf der wir unsere Ideen für eine bessere Förderung der freien Literaturszene vorstellen. Um die Vielfalt der freien Literaturszene Berlins aufzuzeigen, soll es in der Pressemappe eine Liste mit allen aktuellen Literaturprojekten in der Stadt geben. Gerne könnt Ihr auch eure Projekte eintragen und kurz vorstellen. Pro Projekt bitte nur einen Satz und einen Link zur Webseite!

Einladung: nflb-Stammtisch am 5.6.

(in English ↓ En español ↓↓ En français ↓↓↓)

Liebe Mitglieder des NFLB,
Liebe Literaturszene,

der nächste NFLB-Stammtisch findet am 5. Juni 2019 um 19:00 Uhr in der Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlin, statt. Dann machen wir erstmal Sommerpause!

Wir würden uns freuen, wenn ihr vorbeischaut, den NFLB und seine Mitglieder kennenlernt und mit uns ins Gespräch kommt. Wie ihr wisst, sind alle eure Fragen und Anliegen rund um die Literatur in unserer Stadt erwünscht. Der Stammtisch bietet Raum für ein zwangloses Beisammensein und Gesprächsthemen aller Art.

Dieses Mal haben wir Simone O’Donovan als Special Guest. Sie ist Managing Editor der Berliner englischsprachigen Literaturzeitschrift SAND (gegr. 2009). Das Heft wird von einem Team von aktuell 18 Freiwilligen aus 8 Ländern zweimal jährlich herausgegeben. Es präsentiert Lyrik, bildende Kunst, Belletristik und Essays aus aller Welt – mit einem besonderen Schwerpunkt auf unterrepräsentierten Perspektiven.

Die nächsten Termine und Orte nach der Sommerpause sind:
24.09.19, 19 Uhr, ausland
22.10.19, 19 Uhr, ausland
19.11.19, 19 Uhr, ausland

In English.

Dear members of the literary scene and
the Network for the Independent Literary Scene in Berlin (NFLB),

The next NFLB monthly meetup (Stammtisch) will take place on 5 June 2019 at 7 pm at Lettrétage, which is at Mehringdamm 61, 10961 Berlin (walk through to the gate and enter at the back of the first courtyard).

We would love it if you stopped by. These meetups are a great way to get to know the NFLB and its members and chat with us. As you probably know, we welcome any and all questions and concerns you might have about literature in our city. The meetups are casual get-togethers with space for conversation on any topic. (Most of those conversations, including the special guest presentation, are generally in German, but if you personally RSVP and mention that you would like to come but are more comfortable speaking English, we will make sure one of our English-speaking members is there this month and introduces themselves. Besides, you are very likely to meet more local literary people who speak English or many other languages, so don’t be shy. The NFLB specifically advocates for Berlin literature in all languages.)

This time we have Simone O’Donovan as special guest. She is Managing Editor of the Berlin-based English-language literary journal SAND founded in 2009. The journal is published by a team of 18 volunteers from 8 countries and features poetry, visual art, fiction, and nonfiction from around the world with a particular focus on a underrepresented perspectives.
Here is a link to the Facebook event:

And here are the dates and locations for the meetups after our Summer break:
24 September 2019, 7 pm, ausland
22 October 2019, 7 pm, ausland
19 November 2019, 7 pm, ausland

En español.

Queridxs miembros del NFLB,
Estimada escena literaria,

el próximo encuentro (Stammtisch) del NFLB será el miércoles 5 de junio de 2019 a las 19:00 horas en la Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlín. Después haremos una pausa de verano.

Nos alegraríamos si se desen la vuelta para conocer al NFLB y a sus miebros y para conversar e intercambiar ideas. Como saben, en el NFLB son bienvenidas todas las preguntas y propuestas en torno a la literatura en nuestra ciudad. El encuentro informal es un marco ideal para conversar sobre muchos temas.

Esta vez tendremos a Simone O’Donovan como invitada especial. Ella es Managing Editor de la revista literaria berlinesa anlgófona SAND (fundada en 2009). La revista está siendo editada actualmente por 18 voluntarixs de 8 diferentes países y sale dos veces al año. Presenta poesía, artes vistuales, prosa y ensayo de todo el mundo y con el enfoque especial en perspectivas representadas en minoría.

Sigue el enlace al evento en facebook:

Aquí fechas y lugares de los siguientes encuentros:
24.09.19, 19 horas, ausland
22.10.19, 19 horas, ausland
19.11.19, 19 horas, ausland

En français.

Chers membres du NFLB,

Chère scène littéraire,

la prochaine réunion du NFLB aura lieu le 5 juin 2019 à 19hrs à la « Lettrétage », Mehringdamm 61, 10961 Berlin.

Nous serons ravis de vous présenter le NFLB ainsi que ses membres et discuter avec vous. Toutes vos questions et demandes à propos de la littérature dans notre ville seront les bienvenues. La réunion, c’est l’occasion de passer un moment ensemble et d’échanger sur des sujets de tous genres.


Les prochains dates et lieux de réunion sont les suivantes:

05.06.19, à 19 heures, Lettrétage
24.09.19, à 19 heures, ausland
22.10.19, à 19 heures, ausland
19.11.19, à 19 heures, ausland

Neuer Vorstand

nflb-Vorstand: Caca Savic, Alexander Lehnert, Paula Fürstenberg, Lea Schneider, Moritz Malsch

Bei der jährlichen Mitgliederversammlung am 30.3. haben wir zwei neue Vorstandsmitglieder nachgewählt – herzlich willkommen im nflb-Vorstand, Caca Savic und Alexander Lehnert!

Wir freuen uns, in der neuen Besetzung weiterhin öffentlichkeitswirksam und laut für die Belange der freien Literaturszene einzutreten und danken den beiden ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Alexander Filyuta und Eric Schumacher ganz herzlich für ihre jahrelange, engagierte Arbeit, insbesondere für den Einsatz für nicht-deutschsprachige Autor*innen und Übersetzer*innen sowie für Arbeits- und Produktionsräume für Literat*innen und als Sprecher in der Koalition der freien Szene.

Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch an alle anderen, die sich so aktiv im Verein engagieren und dazu beitragen, dass wir als freie Szene immer solidarischer, vernetzter, stärker und gut gelaunter werden – die Arbeit geht weiter, wir sind motiviert und freuen uns auf zukünftige Aktionen mit euch.